# Ganztagsausbau in Niedersachsen: Mehr Zeit für Kommunen, neue Fristen bis 2030
Mehr Zeit für den Ganztagsausbau in Niedersachsen: Anträge bis 31.10.2027, Bau bis 31.12.2029, Abrechnung bis 30.06.2030. Bund (278 Mio Euro) und Land (55 Mio. Euro) unterstützen Schulträger und Kommunen.

_Quelle: KI/A.Blin/MoinHei.de „Ganztagsausbau in Niedersachsen bis 2030“_
## Rechtsanspruch ab 2026/27: Was auf Familien zukommt
Ab dem Schuljahr 2026/27 startet in Niedersachsen der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter. Los geht es mit Klasse 1, anschließend wird der Anspruch in den Folgejahren aufsteigend ausgeweitet.
> ### **Ziel ist es, Familien bei der Vereinbarkeit von Beruf und Alltag zu entlasten und die Chancengleichheit zu stärken.**
## Finanzierung: Bund und Land unterstützen den Ausbau
Für den Ganztagsausbau stellt der Bund den Ländern bzw. Schulträgern Mittel aus einem Sondervermögen in Höhe von insgesamt 2,75 Mrd. Euro bereit. Niedersachsen erhält daraus rund 278 Mio. Euro. Zusätzlich stellt das Land Niedersachsen für die Jahre 2024 bis 2027 weitere 55 Mio. Euro zur Verfügung.
Wichtig für Kommunen und freie Schulträger: Niedersachsen übernimmt die Hälfte des Kofinanzierungsanteils. Dieser Kofinanzierungsanteil beträgt 30 Prozent des Investitionsvolumens, das bei einer Förderung als Eigenanteil aufzubringen ist.
## Aufgaben und Verantwortung der Kommunen und Schulträger im Prozess
Kommunen sind als Schulträger (neben freien Schulträgern) zentrale Akteure bei der Umsetzung des Ganztagsausbaus. Sie tragen insbesondere Verantwortung für die Planung, Antragstellung, Umsetzung und Abrechnung der Investitionsmaßnahmen.
Konkrete Aufgaben sind dabei:
- **Bedarfe vor Ort ermitteln und Maßnahmen planen** (unter anderem Neubau, Umbau, Erweiterung inklusive Erwerb von Gebäuden/Grundstücken, Sanierung oder Ausstattung)
- **Fördermittel fristgerecht beantragen** und die erforderlichen Unterlagen bereitstellen
- **Finanzierung sicherstellen**: den Eigenanteil (Kofinanzierung) leisten, wobei das Land Niedersachsen die Hälfte des vorgesehenen Kofinanzierungsanteils übernimmt
- **Maßnahmen rechtzeitig umsetzen** und die vorgegebenen Fristen einhalten
- **Mittelverwendung dokumentieren** und Projekte fristgerecht abrechnen
Für die Praxis bedeutet das typischerweise auch: Abstimmungen mit Schulleitungen und Nutzern, Vergabe- und Bauprozesse steuern, Zeit- und Kostenrisiken managen sowie die Nachweisführung so organisieren, dass die Abrechnung ohne Reibungsverluste möglich ist.
## Der zentrale Schritt: Fristen werden um zwei Jahre verlängert
Weil die bisherigen Antrags- und Ausführungsfristen vielerorts als knapp bemessen galten, wurden die Zeitfenster deutlich erweitert. Damit erhalten Schulträger mehr Planungssicherheit für Ausschreibungen, Bauabläufe und Umsetzungen vor Ort.
Die neuen Stichtage im Überblick:
- Förderanträge: bis einschließlich 31.10.2027
- Abschluss der geförderten Maßnahmen: bis 31.12.2029
- Abrechnung: bis 30.06.2030
Zum Vergleich: Zuvor war die Antragstellung auf den 31.10.2025 befristet.
## Was genau gefördert wird
Förderfähig sind Investitionen für den Neubau, den Umbau, die Erweiterung (einschließlich des Erwerbs von Gebäuden und Grundstücken), die (energetische) Sanierung sowie die Ausstattung ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote.
## Warum es mehr ist als ein Bauprogramm
Die Verlängerung wurde durch eine Änderung des Ganztagsfinanzhilfegesetzes (GaFinHG) ermöglicht. Niedersachsen hat außerdem die Änderung der Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet und die Richtlinien für öffentliche Schulen sowie Schulen in freier Trägerschaft angepasst.
Parallel arbeitet das Kultusministerium an weiteren Rahmenbedingungen: Ein neuer Klassenbildungserlass ist in der Anhörung, und ein Erlass zur Arbeit in der Ganztagsschule steht kurz vor der Veröffentlichung (unter anderem zusätzliche Abholzeit und Qualitätsstandards, orientiert an Vorgaben der Kultusministerkonferenz).
## Quelle
Niedersächsisches Kultusministerium, Presseinformation „Niedersachsen verlängert Investitionsprogramm für Ganztagsausbau und gibt Kommunen mehr Zeit / Kultusministerin Hamburg“, erstellt am 12.12.2025.
[https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/niedersachsen-verlangert-investitionsprogramm-fur-ganztagsausbau-und-gibt-kommunen-mehr-zeit-kultusministerin-hamburg-247280.html](https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/niedersachsen-verlangert-investitionsprogramm-fur-ganztagsausbau-und-gibt-kommunen-mehr-zeit-kultusministerin-hamburg-247280.html)
