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AndreBlin

Rathaus · ·
Last updated Mar 27, 2026 - 3:46 PM Visible also to unregistered users
# **Faßberg – Von einer einfachen Pacht zu einem Luxuskleinod** ### Wie eine seit über zehn Jahren vom Rat aufgeschobene Entscheidung die Pächter verunsichert, enttäuscht und wütend macht. Ich schreibe hier auf MoinHeide selten über persönliche Dinge. Den Schwerpunkt bilden Themen, die das Leben in der Gemeinde und unser näheres Umfeld beleuchten. Heute wird es dann doch einmal persönlich. Alleine die Tatsache, dass ich selbst so viel Zeit, Mühen und Geld in dieses Thema gesteckt habe, lässt mich enttäuscht zurück. Mit der Enttäuschung stehe ich nicht alleine da, unsere Nachbarn sind von der Pachtzinsexplosion ebenfalls betroffen. ### Kein Vergleich ![März2026-Pachtgrundstück.jpeg](file-guid:fa00eec7-7ca2-4217-8736-a23566fb3fe2 "März2026-Pachtgrundstück.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „Pachtgrundstück im März 2026, der erste Schliff ist gemacht.“_ ![Mai2025-Pachtgrundstück-Müllentfernt-Brombeerenweg.jpeg](file-guid:b4b073bf-7093-41cb-a504-34394b419244 "Mai2025-Pachtgrundstück-Müllentfernt-Brombeerenweg.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „Pachtgrundstück im Mai 2015, der Unrat ist entfernt, vom Garten ist hier noch keine Rede.“_ Als wir uns Mitte 2015 für den Kauf unseres Hauses in der Pappelallee entschieden haben, waren wir fein mit der Tatsache, uns in der Nähe des Sportplatzes niederzulassen. Der „Krach“ während der Spiele, die täglichen Trainings, Feiern, all das war und ist in Ordnung und gehört meiner Meinung nach dazu. Ich selbst habe mich bislang für den Ausbau der Sportanlagen ausgesprochen und den ASV durch Berichterstattung und gelegentlich auch durch Rat und Tat unterstützt. Der Standort des Pumptracks liegt in unmittelbarer Nähe zu unserem Haus und ist ein Ort, an dem ich schon viele Stunden mit Wartung und Pflege verbracht habe. So auch auf den angrenzenden Spielflächen. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, mich für die Jugend und deren Freizeitflächen einzusetzen. Selbstlos, auf keinen Fall, so haben wir zwei Kids, die ebenfalls vom Angebot profitieren. ### Arbeit, Kosten und Mühen, um es urbar zu machen Direkt an unser Grundstück angrenzend liegt ein Flurstück, welches wir von der Gemeinde gepachtet haben. Unsere Nachbarn zur Linken und Rechten sind oder waren ebenfalls Pächter. Der älteste Pachtvertrag wurde in den vergangenen Wochen mit der Erhöhung und dem anschließenden Hin und Her aufgekündigt. ![Mai2015-Pachtgrundstück.jpeg](file-guid:cdc868a4-42af-4e4d-bab9-808effea27a2 "Mai2015-Pachtgrundstück.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „Pachtgrundstück im Mai 2015, viele Arbeitsstunden später erkennt man langsam erste Ergebnisse.“_ Aber von Anfang an: Die Pachtfläche war im Mai 2015 in einem erbärmlichen Zustand. So diente sie augenscheinlich mehr als bequeme Ablagefläche denn als Ort zur Erholung. Zwischen den Brombeerbüschen und umgestürzten Bäumen lagen Unmengen Planen, Metallschrott, Zäune, Asbest und Eternitplatten und sonstiger entsorgungspflichtiger Abfall. Wir füllten mehrere Container und fuhren unzählige Male nach Hermannsburg zum Entsorgungshof. Das blieb in der Nachbarschaft nicht unbemerkt. Viele Nachbarn kamen auf einen Plausch vorbei und waren überrascht, wie viel Arbeit wir in das Grundstück steckten. Wir setzten einen Zaun und ließen mit entsprechender Technik das Totholz aus den großen Bäumen entfernen. Unsere Tochter bekam endlich ihren großen Sandkasten und mein lang gehegter Traum von einem großen Gartenteich wurde greifbar. Der unfruchtbare Boden wurde umgegraben und mit Pferdemist und Komposterde biologisch aufgewertet. Während der Arbeiten wurde in vermeintlich unberührter Erde so mancher „Schatz“ gehoben. Viel Staub, Dreck, Müll und von Gartenland keine Spur. ![Mai2015-Pachtgrundstück-ohneschweresGerätunmöglich.jpeg](file-guid:d0f7e38b-d4af-423b-9f7f-6f0233713d36 "Mai2015-Pachtgrundstück-ohneschweresGerätunmöglich.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „Pachtgrundstück im Mai 2015, nur mit schwerer Technik gings voran.“_ ### Zehn Jahre, diverse Gespräche, Sitzungen und Aufschübe später Noch bevor wir den Pachtvertrag übernahmen, äußerten wir den Wunsch gegenüber der Verpächterin, die Fläche schnellstmöglich zu kaufen. Alleine die oben beschriebenen Arbeiten und damit verbundenen Kosten untermauerten den Entschluss, die finanziellen Mittel dafür aufbringen zu wollen. > Verpächterin: Aktuell besteht kein politischer Entschluss, die Flächen zu veräußern. Dass das Wort „aktuell“ ein dehnbarer Begriff ist, mussten wir und auch unsere Nachbarn lernen. Denn trotz mehrerer Anläufe wurde unserer Bitte um Ankauf nicht stattgegeben. Warum in der gleichen Zeit andere Pachtflächen oder gemeindeeigene Grundstücke den Besitzer wechseln durften, ist uns schleierhaft. Warum die Gemeinde selbst Flächen von Eigentümern ankaufen wollte und angekauft hat und damit sozusagen die Seite wechselte, ist mir angesichts der jüngst getroffenen Entscheidung unklar. Es scheint mir so, als würde man für sich ein Recht beanspruchen, welches man aber keinesfalls allen einräumt. Immer mit im Boot: der Ausschuss für bauliche Entwicklung, der Verwaltungsausschuss und schlussendlich der Gemeinderat, gerne im nicht öffentlichen Teil, wegen der Transparenz. ### Friss oder stirb! Von Transparenz und Bürgernähe fehlt jede Spur. ![Mai2015-Pachtgrundstück-Teichaushub-Grundwasser.jpeg](file-guid:8ad49629-ae03-4a02-b1ce-4b4aba9dd3f2 "Mai2015-Pachtgrundstück-Teichaushub-Grundwasser.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „Pachtgrundstück im Mai 2015 – Unser erster Kontakt mit dem Grundhochwasser in Faßberg, hier Bauland zu erschließen wird ein Spaß.“_ Statt dem bekannten Kaufinteresse unsererseits nachzugehen, toppte man das Entscheidungsfeuerwerk mit einer klasse Idee: Die Kassen sind leer, lasst uns den Pachtzins anpacken. Die Idee klingt auf den ersten Blick fair, so sollten alle Pächterinnen und Pächter laut der Bürgermeisterin Speder gleich viel bezahlen. Auch das ist nachvollziehbar. Doch dann hört die Fairness auch schon auf. Der Vorschlag der Verwaltung, uns Bürgern mal so richtig in die Tasche greifen zu wollen, festigte sich. Gestärkt durch eine Neiddebatte unter Ausschussmitgliedern ging man emsig an die Arbeit. Wäre man seinerzeit so zielstrebig bei der KulTourTaxe gewesen, dann wäre Geld da. Wer nicht bezahlen will oder kann, der hat Pech gehabt. > Pächter Thomas Droll: Mich beschleicht das Gefühl, die Erhöhung diene dazu, Pächter zur Kündigung zu bewegen. ### **Pachtzins steigt von 5ct pro Quadratmeter in erster Instanz auf 50ct/qm und dann weiter auf 1€/qm. Wucher?** Den Schock mussten wohl alle Pächterinnen und Pächter verdauen. Von Verhältnismäßigkeit fehlt jede Spur. Auf die gemachten Vorschläge ist man bis heute nicht eingegangen. Alleine die Kosten, um das „Gartenland“ zu erhalten, beanspruchen jedes Jahr die Haushaltskassen der Pächter, Tendenz steigend. Die Tatsache, dass man die Kosten für Zäune, Verkehrssicherung und Versicherung selbst aufbringen muss und mehr Pflichten als Rechte zu haben scheint, macht eine Investition ins Pachtland unmöglich. Dazu kommt, dass es sich sozusagen nur um Jahresverträge handelt. Niemand erneuert einen Zaun für Hunderte Euros, nur um ihn im Folgejahr wieder herauszureißen. > Quelle: [Fassberg.de Beschlussvorlage 1700/2025](https://www.fassberg.de/allris/vo020_r.asp?VOLFDNR=1760) vom **11.03.25** – **Die Verwaltung schlägt vor**, die Pacht für gemeindliche Flächen anzupassen, da die derzeitigen Pachtbeträge seit längerer Zeit nicht an die Haushaltslage der Gemeinde angepasst wurden. Im Zuge der defizitären Haushaltslage ist es notwendig, alle möglichen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung zu ergreifen. Die bisherige Regelung, dass eine **Pacht in Höhe von 0,50 € pro 10 m²** erhoben wurde, ist nicht mehr zeitgemäß. Angesichts der gestiegenen Kosten und der Notwendigkeit, den kommunalen Haushalt zu stabilisieren, ist eine Anpassung der Pachtbeträge erforderlich. > Quelle: [Fassberg.de Beschlussvorlage 1700/2025](https://www.fassberg.de/allris/vo020_r.asp?VOLFDNR=1760) vom 11.03.25 – Der Verwaltungsausschuss beschließt, die Pacht für gemeindliche Flächen ab dem 01.01.2026 auf **0,50 € pro m²** und ab dem 01.01.2028 auf **1,00 € pro m²** anzupassen. ### März bis September – keine Zeit für Bürgernähe ![Pächter-Blin-März2026.jpeg](file-guid:74afe167-d82a-47ef-8240-1c05de8ce236 "Pächter-Blin-März2026.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „Trotz der negativen Entscheidungen: Das Pachtgrundstück wird auch in diesem Jahr aus dem Winterschlaf geweckt, Investitionen wie ein neuer Zaun müssen warten.“_ Lange Zeit passierte nichts, es erfolgte weder eine Kontaktaufnahme zwischen Pächter und Verpächterin, noch wurden wir sozusagen über den Gartenzaun darüber informiert. Erst als Ende September das Schreiben über die Erhöhung zugestellt wurde, konnten wir unserem Unmut Luft machen. Doch weder meine Teilnahme am Bürgermeisterinnen-Gespräch in Schmarbeck noch der Einwand des Ortsvorstehers auf der Ratssitzung am 25.09.25 brachte etwas. > Quelle: [Fassberg.de](http://Fassberg.de) [Ratssitzung vom 25.09.25](https://www.fassberg.de/allris/to020_r.asp?TOLFDNR=22391) - Herr Gebers, informiert im Namen des Ortvorstehers Peter Pudschun, dass der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 20.03.2025 der Anpassung der Pachtkonditionen zugestimmt hatte. Die Verwaltung wurde beauftragt, die betroffenen Pächter rechtzeitig über die Änderungen zu informieren. Eine rechtzeitige Information fand jedoch nicht statt; stattdessen wurden die neuen Konditionen den Pächtern erst in dieser Woche schriftlich mitgeteilt. > > Im Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die Anpassung der Pachtpreise zur dauerhaften Stabilisierung des kommunalen Haushalts beitragen solle. Dieser Hinweis ist kritisch zu hinterfragen – insbesondere in Bezug auf die tatsächliche Höhe der Mehreinnahmen sowie deren prozentualem Anteil am Gesamtvolumen des Haushalts. > > Die Art und Weise der Umsetzung steht nicht im Einklang mit den Grundsätzen von Bürgernähe und Transparenz und hat in der Bürgerschaft zu Unmut geführt. ### **Hoffnungsschimmer zum Jahreswechsel, Enttäuschung zu Jahresbeginn** ![001088.jpg](file-guid:5d44c309-89bf-464b-8cbc-c2c6db1578d9 "ftpscan__001088.jpg" =800x) Wir schöpften etwas Hoffnung, nur um am Ende noch enttäuschter zu sein. Während der Ausschusssitzung für bauliche Entwicklung am 20.01.26 stand das Thema „Kaufinteresse von verpachtetem Gartenland“ auf der Tagesordnung. Es wurde klar für einen Verkauf gestimmt. Nur wenige Tage danach kassierte man diese Entscheidung im Verwaltungsausschuss. Sodass der Rat am 29.01.26 mehrheitlich gegen den Verkauf stimmte. > Quelle: [Fassberg.de](http://Fassberg.de) [Ratssitzung 29.01.26](https://www.fassberg.de/allris/to020_r.asp?TOLFDNR=22794) – Ratsvorsitzende Michaela Otto berichtet, dass im nichtöffentlichen Teil der Sitzung der Verkauf von verpachtetem Gartenland mehrheitlich abgelehnt worden sei. Danke für dieses kommunalpolitische Possenspiel. André Blin

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