Kinder- und Jugendarbeit

Hier gehts um die Zukunft nicht mehr und nicht weniger.

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AndreBlin

Kinder- und Jugendarbeit · ·
Last updated Apr 19, 2026 - 3:07 PM Visible also to unregistered users
# **„Entlastung“ berufstätiger Haushalte ab den Herbstferien 2026 in der Umsetzung** ### Ab August 2026 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Die eigentliche Belastungsprobe kommt aber in den Ferien. In Faßberg und Müden zeigen sich die Unterschiede schon jetzt. > Quelle: [Fassberg.de](https://www.fassberg.de/allris/vo020_r.asp?VOLFDNR=1861) - Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird der Ganztagsanspruch für Grundschulkinder schrittweise eingeführt, beginnend mit Klasse 1 und bis 2029/2030 auf alle Klassen 1-4 ausgeweitet. Der Anspruch umfasst 8 Stunden Betreuung an 5 Werktagen pro Woche, auch in den Ferien, wobei Einrichtungen bis zu 20 Tage im Jahr schließen dürfen. ### **Das Gesetz ist beschlossen, die Probleme sind es auch.** Ab dem 1. August 2026 startet der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zunächst für die erste Klassenstufe. Vorgesehen sind acht Stunden an fünf Werktagen, die Unterrichtszeit wird angerechnet. Der Anspruch gilt auch in den Ferien, die Länder können aber eine Schließzeit von bis zu vier Wochen regeln. Rechtsgrundlage ist § 24 SGB VIII. Auf dem Papier ist das ein Fortschritt. In der Praxis beginnt der Ärger dort, wo Schule aufhört und Betreuung organisiert, bezahlt und personell abgesichert werden muss. Genau deshalb wird die eigentliche Belastungsprobe nicht im Klassenzimmer stattfinden, sondern in den Ferien. ![MoinHeide-Infografik-zur-verlässlichen-Ganztagsbetreuung.jpeg](file-guid:b9d9ea45-c6f5-4a1e-91df-574c13904a4d "260419_MoinHeide-Infografik-zur-verlässlichen-Ganztagsbetreuung.jpeg") _Quelle: A.Blin/KI „Infografik zur verlässlichen Ganztagsbetreuung“_ ## **Herbstferien 2026: Dann zeigt sich, was der Rechtsanspruch wirklich wert ist** > Meine Gedanken zur [Beschlussvorlage 1783/2026](https://www.fassberg.de/allris/vo020_r.asp?VOLFDNR=1861) - Wenn Ferienbetreuung funktionieren soll, dann nicht mit unklaren Kostenmodellen und später Information. Eltern benötigen einen transparenten Preis pro Kind und Woche, nachvollziehbar kalkuliert auf Basis einer benannten Mindest- und Höchstgruppengröße. Niemand meldet sein Kind guten Gewissens an, wenn am Ende die Sorge bleibt, dass bei schwacher Resonanz die Kosten pro Kopf förmlich explodieren. Genau deshalb müssen die Angebote frühzeitig, verständlich und ansprechend vorgestellt werden – so, dass Eltern sicher planen können und Kinder Lust auf die Ferienbetreuung bekommen. Spätestens in den Herbstferien 2026 wird aus dem politischen Versprechen ein Praxistest. Dann helfen keine Verweise mehr auf Unterricht, Stundenpläne oder schöne Ankündigungen. Dann muss Betreuung tatsächlich da sein: verlässlich, organisiert, personell unterlegt und für Familien bezahlbar. Genau hier liegt die offene Flanke des neuen Ganztags. Der Anspruch umfasst zwar auch die Ferien, aber er schafft noch keine landesweit einheitliche Wirklichkeit. Wie Betreuung in den Ferien konkret organisiert wird, hängt weiter stark von den Strukturen vor Ort ab. Das gilt für Räume, Personal, Essen, Träger, Kooperationen und am Ende auch für die Gebühren. Schon heute zeigt sich, wie weit die Kosten auseinandergehen. Während einige Kommunen für eine Ferienwoche mit Verpflegung deutlich höhere Beiträge verlangen, arbeiten andere mit günstigeren oder einkommensabhängigen Modellen. Damit bleibt Betreuung auch künftig eine Frage des Wohnorts. Für Eltern ist das kein Detail, sondern eine handfeste Alltagsfrage. Im niedersächsischen Durchschnitt kann man von Kosten von etwa 100 EUR pro Kind und Woche ausgehen, ohne Essen. Der eigentliche politische Schwachpunkt liegt woanders: Der Rechtsanspruch ist beschlossen, aber die bereits finanziell stark belasteten Kommunen sollen es am Ende stemmen. Wenn Land und Bund den Städten und Gemeinden im Zusammenschluss keine dauerhaft tragfähigen Standards und Finanzierungen liefern, drohen höhere Elternbeiträge, begrenzte Angebote oder Betreuung nach Kassenlage. Der Anspruch wäre dann da, die Verlässlichkeit aber nur auf dem Papier. ### **Gemeinde Faßberg: Zwei Schulen, zwei Realitäten** > Quelle: [Fassberg.de](https://www.fassberg.de/allris/vo020_r.asp?VOLFDNR=1861) – Die **Ferienbetreuung wird ausschließlich in der Lerchenschule in Faßberg** angeboten. Es wurde ein Angebot für die Umsetzung der Ferienbetreuung eingeholt. Der DRK Kreisverband Celle e. V. wird mit der Umsetzung der Ferienbetreuung ab dem 01.08.2026 beauftragt. Genau diese Schieflage lässt sich innerhalb der Gemeinde Faßberg bereits heute beobachten. Die Lerchenschule in Faßberg gilt seit Jahren als verlässliche Ganztagsschule. In Müden sieht die Lage anders aus. Dort wurde die Einführung der Ganztagsgrundschule für das Schuljahr 2026/27 nicht beschlossen, sondern auf 2027/28 verschoben. Die Gründe sind konkret benannt: Personalmangel, fehlende Räume, organisatorische Probleme und offene Fragen bei der Mittagsverpflegung. Die Grundschule am Heidesee hielt einen Start 2026/27 unter diesen Bedingungen selbst nicht für machbar. In den Unterlagen ist von einer Unterrichtsversorgung von nur 66,5 Prozent die Rede. Vorerst bleibt in Müden damit der Hort im Kinnerhus die praktische Lösung – für 126 EUR **zuzüglich** Mittagessen. Das ist die eigentliche kommunalpolitische Pointe: gleicher künftiger Rechtsanspruch, aber schon jetzt ungleiche Bedingungen innerhalb derselben Gemeinde. Während Faßberg auf ein kostenfreies schulisches Angebot verweisen kann, bleibt Müden zunächst bei einer beitragspflichtigen Übergangslösung hängen. Anfang 2026 war zudem weiter offen, wie die endgültige Linie aussehen sollte. Die Verwaltung verwies im Rat auf laufende Gespräche und auf Standards, die gemeinsam mit dem Landkreis Celle erst noch erarbeitet werden. ### **Macht mit und sprecht mit den Ausschussmitgliedern und Elternvertretern!** > Meine Meinung: Dank des Engagements einzelner weniger Eltern werden während der Sitzungen des [Ausschusses für Schule und Kinderbetreuung](https://www.fassberg.de/allris/au020_r.asp?AULFDNR=28&altoption=Gremium) Fragen zum Hort, zum Ganztagsangebot, zur Verlässlichkeit und bei offensichtlicher Schere zwischen der Realität und dem, was auf dem Papier steht, gestellt. **Das ist gut so.** > > Klar ist, dass ein Stillschweigen und Hinnehmen weder der Schule noch den Eltern etwas nützt. Ganz im Gegenteil: Durch das Vermeiden von Kritik, und durch das Ausbleiben von Vorschlägen lassen wir es zu, dass unsere Kinder, das Durcheinander, den Lehrkräftemangel und die dadurch resultierenden Künstlichkeiten miterleben dürfen. Alleine die Angabe der deutlich zu geringen Unterrichtsversorgung müsste für einen vollen Saal bei den Sitzungen sorgen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das leider nur sehr selten der Fall ist. **Danke, dass ihr euch engagiert!** Klickt auf den Link im Kommentarkasten. Er führt auf die Webseite der Verwaltung und zeigt euch auf, wer im Ausschuss vertreten ist. So findet ihr ohne Umwege eure Ansprechpartner/-innen. ## **Kurzes Fazit** Der Ganztag kommt. Ob er Familien wirklich entlastet, entscheidet sich aber nicht im Gesetzestext, sondern u. a. bereits in Ferienwochen ab Herbst 2026. Genau dann wird sichtbar, welche Kommunen vorbereitet sind – und wo Anspruch und Wirklichkeit auseinanderfallen. ### **Mehr Informationen zum Thema:** - Recht auf Ganztag – [https://www.recht-auf-ganztag.de/...ganztagsfoerderungsgesetz...](https://www.recht-auf-ganztag.de/gb/eltern/rechtsanspruch-und-ganztagsausbau/das-ganztagsfoerderungsgesetz-223836) - § 24 SGB 8 - [https://www.gesetze-im-internet.de/..sgb_8](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__24.html) - DRK Kreisverband Celle Ganztagsschulen – [https://www.drkcelle.de/ganztagsschulen.html](https://www.drkcelle.de/ganztagsschulen.html) - Schul-ABC Grundschule Müden – [https://www.fassberg.de/.../schul-abc...](https://www.fassberg.de/portal/seiten/schul-abc-900000116-29550.html)

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