# **Fahrradstraße statt Radweg?**
## **Neuer Anlauf für die Verbindung zwischen Müden und Poitzen**

_Bild: A.Blin/KI „Fahrradstraße Anfang“_
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Die Diskussion um eine sichere Radverkehrsverbindung zwischen Müden und Poitzen ist nicht neu. Bereits vor mehr als vier Jahren wurde erstmals vorgeschlagen, die Ortsverbindungsstraße über Mittelstendorf als Fahrradstraße auszuweisen. Nun greifen SPD und CDU diese Idee erneut auf und stellen sie als Alternative zum geplanten Radweg entlang der Landesstraße 240 zur Diskussion.
Doch was genau ist eigentlich eine Fahrradstraße? Warum wurde der erste Antrag nicht umgesetzt? Und was unterscheidet den aktuellen Vorstoß von den bisherigen Beratungen?
### **Was ist eine Fahrradstraße?**
Eine Fahrradstraße ist eine Straße, die in erster Linie dem Radverkehr vorbehalten ist. Ziel ist es, das Fahrrad als Verkehrsmittel sicherer und attraktiver zu machen, ohne zwangsläufig neue Verkehrsflächen schaffen zu müssen.
Autos und Motorräder dürfen eine Fahrradstraße nur befahren, wenn dies durch ein entsprechendes Zusatzzeichen ausdrücklich erlaubt wird. In der Praxis handelt es sich deshalb häufig um sogenannte „unechte Fahrradstraßen“, bei denen unter anderem Anlieger sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr weiterhin zugelassen sind.
Für alle Verkehrsteilnehmer gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Kraftfahrzeuge müssen ihre Geschwindigkeit dem Radverkehr anpassen und dürfen Radfahrer weder behindern noch gefährden. Radfahrer dürfen nebeneinander fahren, sofern dadurch niemand behindert wird. Die üblichen Vorfahrtsregeln gelten weiterhin, sofern sie nicht durch Verkehrszeichen anders geregelt werden.
Ob eine Fahrradstraße eingerichtet werden kann, entscheidet die zuständige Straßenverkehrsbehörde. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Strecke eine hohe oder künftig zu erwartende Bedeutung für den Radverkehr besitzt oder der Kraftfahrzeugverkehr dort nur eine untergeordnete Rolle spielt.
### **2022: Der erste Vorstoß**
Die Idee einer Fahrradstraße zwischen Müden und Poitzen stammt nicht aus dem Jahr 2026. Bereits im Frühjahr 2022 beantragten die Ratsgruppe Die Grünen, ULF und FDP, die Ortsverbindungsstraße über Mittelstendorf als Fahrradstraße auszuweisen.
Ziel war es, die Verkehrssicherheit – insbesondere für radfahrende Schulkinder – zu erhöhen und die touristische Radroute aufzuwerten.
Die Verwaltung lehnte den Vorschlag nicht grundsätzlich ab. Allerdings sah sie mehrere rechtliche Hürden. Unter anderem musste geprüft werden, ob die Strecke überhaupt die Voraussetzungen einer Fahrradstraße erfüllt und ob dadurch tatsächlich ein zusätzlicher Sicherheitsgewinn entsteht. Außerdem kam aufgrund des Anlieger- und landwirtschaftlichen Verkehrs lediglich eine sogenannte „unechte Fahrradstraße“ infrage.
### **2025: Viel geprüft, wenig verändert**
Mehr als drei Jahre später stand das Thema erneut auf der Tagesordnung.
An der Ausgangslage hatte sich jedoch kaum etwas geändert. Die bekannten Probleme bestanden weiterhin. Während der Beratung wurde darauf hingewiesen, dass beschädigte Bankette und Schlaglöcher im Seitenraum nach wie vor regelmäßig zu gefährlichen Situationen im Begegnungsverkehr führen.
Neu war, dass der Landkreis Celle einer Fahrradstraße grundsätzlich offen gegenübersteht. Voraussetzung wäre allerdings zunächst eine Verkehrszählung, um die erforderliche Fahrradverkehrsdichte nachzuweisen. Gleichzeitig stellte die Verwaltung eine kostengünstigere Alternative in Form einer Teilentwidmung der Straße vor.
Letztlich kam der Ausschuss zu dem Ergebnis, dass die rechtlichen Anforderungen weiterhin hoch seien.
~~_**Der ursprüngliche Antrag aus dem Jahr 2022 wurde zurückgezogen.**_~~
> **:warning: Richtigstellung: Korbinian Bocksch (ULF) informierte mich, dass man sich geweigert habe, den Antrag zurückzuziehen. Er läuft weiterhin.**
Stattdessen sollen alternative Maßnahmen geprüft werden. Gleichzeitig empfahl die Bürgermeisterin, ein angekündigtes Förderprogramm für fahrradfreundliche Straßen abzuwarten und die Planungen für den Radweg entlang der L240 nicht aufzugeben.
Damit endete das erste Verfahren ohne konkrete Umsetzung. Weder wurde die Straße umgewidmet noch baulich verändert. Auch eine Verkehrszählung oder weitere Schritte zur Einrichtung einer Fahrradstraße wurden nicht beschlossen. Die Diskussion blieb damit über Jahre weitgehend auf dem Stand der ersten Antragstellung.
### **Neuer Anlauf im Jahr 2026**
Mit einem gemeinsamen Antrag von SPD und CDU kehrt das Thema nun erneut auf die politische Tagesordnung zurück.
Die beiden Fraktionen schlagen vor, die bisherigen Planungen für einen separaten Radweg entlang der Landesstraße 240 zu überdenken und stattdessen die bestehende Ortsverbindungsstraße über Mittelstendorf als Fahrradstraße auszuweisen.
Als wesentliche Vorteile nennen die Antragsteller den Verzicht auf zusätzliche Flächenversiegelung, geringere Baukosten und die bessere Nutzung einer bereits vorhandenen Verkehrsverbindung. Gleichzeitig soll die Verkehrssicherheit für Radfahrer verbessert werden, ohne dafür weitere Eingriffe in Natur und Landschaft vornehmen zu müssen.
Damit verschiebt sich die Diskussion gegenüber den vergangenen Jahren in gewisser Hinsicht. Standen bislang vordergründig die rechtlichen Voraussetzungen einer Fahrradstraße im Mittelpunkt, rücken inzwischen zunehmend auch ökologische und wirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund. Die Frage lautet nicht mehr ausschließlich, ob eine Fahrradstraße möglich ist, sondern auch, ob sie gegenüber einem Neubau des Radwegs die nachhaltigere Lösung darstellen könnte.
Ob diese Überlegungen letztlich tragen, hängt allerdings weiterhin von den straßenverkehrsrechtlichen Voraussetzungen und den Ergebnissen der erforderlichen Prüfungen ab. Über den Antrag werden nun die politischen Gremien der Gemeinde Faßberg beraten.
> Bemerkenswert ist, dass die Idee einer Fahrradstraße inzwischen fraktionsübergreifend angekommen ist. Was 2022 mit einem Antrag von Grünen, ULF und FDP begann, wird heute auch von SPD und CDU getragen. Nach mehr als vier Jahren Diskussion wächst damit zugleich die Erwartung, dass das Thema nicht erneut vertagt, sondern mit einer klaren Entscheidung abgeschlossen wird – unabhängig davon, ob diese am Ende für eine Fahrradstraße oder den Neubau eines Radwegs ausfällt.

_Bild: A.Blin/KI „Fahrradstraße Ende“_
### **Quellen**
- **[Beschlussvorlage 1413/2022-1](https://www.fassberg.de/allris/vo020_r.asp?VOLFDNR=1449)** der Gemeinde Faßberg: _Antrag der Ratsgruppe Die Grünen/ULF/FDP auf Schaffung einer Fahrradstraße zwischen Poitzen und Müden_, 26.04.2022.
- **[Beschlussauszug des Ausschusses für bauliche Entwicklung der Gemeinde Faßberg vom 16.09.2025](https://www.fassberg.de/allris/to020_r.asp?TOLFDNR=22270)**, Tagesordnungspunkt 14: _Fahrradstraße zwischen Poitzen und Müden (Mittelstendorf)_.
- Gemeinsamer Antrag von SPD und CDU im Rat der Gemeinde Faßberg zur Prüfung einer Fahrradstraße als Alternative zum Radweg an der L240, veröffentlicht am 14.07.2026 u. a. auf [Celler-Presse.de](https://celler-presse.de/2026/07/14/gemeinsamer-antrag-von-spd-und-cdu-im-rat-der-gemeinde-fassberg-schluss-mit-flaechenverbrauch-fahrradstrasse-statt-radwegneubau/)
- [Straßenverkehrsordnung (StVO), Zeichen 244.1 „Fahrradstraße“](https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/anlage_2.html) sowie Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO).
- [Straßenbau.Niedersachsen.de](https://www.strassenbau.niedersachsen.de/startseite/aufgaben/radverkehr/radverkehrsbeauftragte/radverkehrsbeauftragte-196732.html) - Ansprechperson für unterschiedliche Anfragen und Belange zum Radverkehr in der NLStBV, beispielsweise für Verbände, Landkreise und Kommunen **\*neu**

MartinS ·
AndreBlin · · Last updated Jul 14, 2026 - 8:34 PM
Georg.Radlanski ·