Ob sich ein striktes Verbot, über Politik zu schreiben und Geschriebenes zu kommentieren, durchsetzen lässt? Ich meine, ein Austausch ist 2026 gebotener denn je.
Bild: A.Blin/MoinHei.de „Diskurs unerwünscht, der Hinweis auf ein Diskursangebot aber auch.“
Was ist eigentlich Politik?
Politik ist die Gesamtheit aller Handlungen, Regeln und Entscheidungen, die das Zusammenleben von Menschen in einer Gruppe, einer Stadt, einem Land oder auf der ganzen Welt ordnen und gestalten. Sie sorgt dafür, dass Konflikte friedlich gelöst und gemeinsame Ziele erreicht werden.
Bild: A.Blin/MoinHei.de „Gruppenregeln vs. GG, nur zum Schutz der Atmosphäre.“
Wenn nun in einer Gruppe wie im oberen Bild zu sehen alles Politische untersagt ist, was bleibt nach der Definition von Politik noch übrig? Aus meiner Sicht erzeugen wir damit ein Vakuum oder besser gesagt einen negativen Überdruck. Die sprichwörtliche Negativität beginnt, sobald wir diese Grundsätze des Miteinanders aus unserem Alltag ausblenden, ihre Bedeutung bewusst verwässern oder sie ohne Einzelfallprüfungen und nach Gutdünken reglementieren. Durch das Informationsdefizit, oder einseitige Informationen, heute würde man es seine „Bubble“ nennen, entstehen Lager. Vorrangig solche Lager, die oft keine Wege finden, sich darüber angemessen auszutauschen.
Gelöschter Artikel wirbt für Diskussion an anderer Stelle
Man könnte sagen, dass der gelöschte Artikel, ein Verweis auf eine Möglichkeit ist, sich auszutauschen und zu diskutieren. Das wiederum könnte von den Admins doch positiv aufgenommen werden, bekämen sie ihre harmonische Wohlfühlatmosphäre und der Diskurs fände trotzdem statt. Ergo mehr Entspannung auf der „eigenen“ Seite. Ich verstehe daher meinen Artikel eher als Werbung, denn als politische Diskussion. Aber sei es drum, gesprochen hat mit mir niemand. Schade, dachte, man kennt sich.
„Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich“
Spannung baut sich nicht unendlich auf.
Was wir bereits heute und vorrangig in den sozialen Medien erleben, ist, dass, sobald diese Lager mit ihrer „Ladung“ aufeinandertreffen, sie sich ohne Vorwarnung mit einem lauten Knall entladen. Man reibt sich thematisch aneinander und zack, kommt es zum Eklat. Wie man damit umgeht, macht den Unterschied.
Was denn noch? Gleicher Ort, andere Akteure, selbe Kerbe.
Eine andere FB-Gruppe, ein gänzlich anderes Auftreten eines Admins. Dennoch zeigt es, wie sehr ein Thema emotional aufgeheizt und von persönlichen Vorbehalten gelenkt wird. Zur Einordnung: Hier war der Auslöser die Pressemitteilung des SPD-Ortsvereins Südheide über die Fraktionsentscheidung der Faßberg SPD, den BM‑Kandidaten Florian Hemme zu unterstützen. Emotional aufgeheizt und von persönlichen Vorbehalten geleitet, wurde es hier in mehreren Runden wüst.
Ich meine:
- Ein Mensch spricht in erster Linie für sich selbst, gerade unter Erwachsenen.
- Wenn ich schon für jemanden anders spreche, dann sollte ich auch sagen, für wen oder wofür. (Gruppe, Verein, Familie usw.)
- Wenn ich persönliche Verhältnisse und Meinungen über die eines anderen Menschen stelle, spätestens dann muss ich es auch verstehen, wenn man anderslautende und gegenteilige Meinungen als Feedback erhält.
Im Internet herrscht ein rauer Ton – ich meine, es ist das, was ihr daraus macht.
Ich habe bewusst auf die entsprechenden Inhalte verzichtet, weil man sich hier eines Besseren besonnen hat. Das muss man auch erst mal hinbekommen, dafür ein großes Dankeschön an alle, die darauf hingewirkt haben.
Der Austausch hat Grenzen, das steht außer Frage, aber solange wir uns auf dem Boden der Demokratie befinden, gibt es auch dafür Regeln.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland Art 5
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
Weiterführende Links und Quellen
- Bundeszentrale für Politische Bildung – Was ist Politik?
- Gesetze im Internet – Artikel 5
Muss ich jetzt fürchten, gelöscht, blockiert oder geächtet zu werden? Vielleicht ist das so. Ändert das meine Meinung? Nein!
Eure Meinung ist mir wichtig!
Seid fair, redet miteinander, und wer mir etwas zum Artikel schreiben will, kann dies gerne tun. Entweder als Kommentar, als PN AndreBlin oder per E-Mail an: service@moinhei.de
Beste Grüße André Blin


