Das Ziel ist klar: ein lebenswertes Faßberg für alle Altersgruppen

Die Altersstruktur im Landkreis Celle driftet auseinander. Faßberg gehört zu den ältesten Kommunen. Was das bedeutet und was wir daraus machen.

Bild: A.Blin/MoinHei.de KI „Ziel: eine starke Gemeinde für jedes Alter“

Faßberg gehört zu den ältesten Kommunen im Landkreis

Die Cellesche Zeitung hat die Altersstruktur im Landkreis ausgewertet, auf Grundlage von Daten des Landesamts für Statistik Niedersachsen. Für Faßberg ist das Bild deutlich:

  • Das Durchschnittsalter liegt bei 47,3 Jahren. Im Landkreis sind es 45,8 Jahre.
  • 27,1 Prozent der Menschen sind 65 oder älter. Nur in Südheide ist der Anteil höher.
  • 16,1 Prozent sind jünger als 18. Damit liegen wir unter dem Kreiswert von 17,3 Prozent.

Im ganzen Landkreis wächst der Abstand zwischen Alt und Jung. Der Anteil der Älteren ist seit 2010 gestiegen, der Anteil der Kinder und Jugendlichen gesunken. Gut, dass Pascal Bangemann von der CZ das Thema aufgreift und die Unterschiede zwischen den Kommunen sichtbar macht.

Quelle: Cellesche Zeitung (cz.de), nach Daten des Landesamts für Statistik Niedersachsen

Kein Jung gegen Alt

Ältere Menschen sind kein Problem, sondern ein wichtiger Teil unserer Gemeinde, genauso wie Kinder, Familien, Berufstätige und junge Erwachsene. Wir benötigen solide und verlässliche Bedingungen für alle Generationen:

  • barrierearme Wohnungen
  • verlässliche Betreuung
  • gute Schulen
  • erreichbare Ärztinnen und Ärzte
  • sichere Mobilität
  • Orte, an denen wir uns begegnen können

Seit 2016 haben wir keine weiterführende Schule mehr im Ort

Die Realschule in Faßberg war seit 2012/13 nur noch Außenstelle der Oberschule Hermannsburg. Der Landkreis schloss sie wegen zu geringer Schülerzahlen zum Sommer 2016, nach einer Verlängerung um ein Jahr, weil Schüler aus Unterlüß für genug Auslastung sorgten. Seitdem pendeln unsere Kinder ab der fünften Klasse zu Schulen in anderen Orten. Das bedeutet längere Wege, mehr Fahrzeit und mehr Abhängigkeit von Bussen und Elterntaxis.

Der Nahverkehr in Richtung Heidekreis via Bürgerbus reicht dafür nicht aus. Besonders hart trifft das Jugendliche, Auszubildende und Familien ohne eigenes Auto. Eine weiterführende Schule ist mehr als ein Ort des Lernens: Sie ist ein Mittelpunkt für Familien, Vereine und das Leben im Ort. Die Jugendlichen verbringen heute einen großen Teil ihres Tages außerhalb von Faßberg. Begegnungen und Aktivitäten, die früher vor Ort stattfanden, fehlen uns.

Anderswo im Landkreis wird gebaut, bei uns geht es um Verlässlichkeit

In Hambühren hat der Landkreis ein neues Hölty-Gymnasium für bis zu 900 Schülerinnen und Schüler errichtet, im Juni 2025 wurde es eröffnet. In der Stadt Celle entstehen zwei neue Grundschulen, und das Schulzentrum Burgstraße ist das bislang größte schulische Investitionsprojekt des Landkreises. Das sind gute Nachrichten für die Kinder dort, und zugleich zeigen sie, wo Familien und Schülerzahlen wachsen.

Wir stehen vor der Frage, wie wir bei sinkenden Zahlen ein gutes Angebot sichern. Auch Faßberg investiert, in den Umbau und Teilneubau der eigenen Grundschule. Entscheidend ist, dass Kinder und Familien in den ländlichen Gemeinden dieselbe Verlässlichkeit bekommen wie in der Kreisstadt.

Gleichwertige Lebensverhältnisse im ganzen Landkreis

Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeuten für uns: Schulen, Betreuung, Mobilität und Entwicklungschancen gibt es nicht nur dort, wo Zahlen wachsen. Das Betreuungsangebot in Faßberg muss dauerhaft gesichert und gegen Abbau und Ausdünnung widerstandsfähig gemacht werden. Dazu gehören starke Grundschulen, gute Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und eine verlässliche Betreuung für Kinder und Eltern.

Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass Faßberg gegenüber Landkreis, Land und Bund mit offenem Visier auftritt und diese Interessen gemeinsam mit Eltern, Schulen, Vereinen und Nachbarkommunen vertritt. Langfristige Verlässlichkeit schafft Vertrauen und gibt Familien einen Grund, ihren Lebensmittelpunkt zu uns zu verlagern, nicht nur ihren Arbeitsplatz.

Sicherheit und Teilhabe im Alter

Dazu gehören barrierearme und altersgerechte Wohnungen, damit man im vertrauten Umfeld wohnen bleiben kann. Ebenso wichtig sind erreichbare Ärztinnen und Ärzte, verlässliche Pflege- und Hilfsangebote und Mobilität, die auch ohne eigenes Auto funktioniert. Wer älter wird, soll nicht wegziehen müssen, weil es im Ort an Unterstützung fehlt.

Junge Menschen erwarten eine echte Perspektive in Faßberg

Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, gute digitale Verbindungen und Unterstützung für Familien. Leerstehende oder alte Häuser könnten wir gezielt für junge Menschen und Familien nutzbar machen. Wer hier aufgewachsen ist, soll bleiben können. Und wer für Ausbildung oder Studium weggeht, soll einen guten Grund haben, zurückzukommen.

Was wir heute anpacken, entscheidet, wie wir morgen hier leben

Eine Trendwende kommt nicht über Nacht. Aber wir können jetzt beginnen, unsere Stärken zu verbinden: die Erfahrung der Älteren, die Ideen der Jüngeren, die Familienfreundlichkeit, die Natur und den Bundeswehrstandort.

Dafür braucht es uns alle. Wer Ideen hat, was Faßberg lebenswerter macht, soll sie einbringen:

  • in den öffentlichen Ausschusssitzungen der Gemeinde
  • in der Bürgersprechstunde mit Bürgermeisterin Kerstin Speder
  • per E-Mail an die Gemeinde
  • über das Jugendparlament und den Seniorenbeirat
  • über die Elternvertreterinnen und Elternvertreter an Schulen und Kitas
  • bei den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern in den Ortsteilen
  • im direkten Austausch mit Ratsmitgliedern

Die besten Problemlösungen lassen sich durch das Mitwirken aller Altersgruppen finden. Gemeinschaft wird lebendig, wenn sie gehört und Entscheidungen von einem Großteil getragen werden.

Nicht Jung gegen Alt, sondern alle gemeinsam für einen Ort, in dem man in jedem Lebensalter gut leben kann.


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