Digitale Poststation Mehrwert JA! Standortwahl ist optisch eine Katastrophe


Bild: A.Blin/MoinHei.de „Bravo, gute Idee, am wohl unpassendsten Ort.“

Nur noch 203 Tage bis zum 1. April.

Nachdem ich im April von den Plänen der neuen digitalen Poststation berichtete, wurde das Meisterstück deutscher Studienabbrecher für bildhauerische Gestaltung vor dem Faßberger Rathaus manifestiert. Aus gelbem Blech geboxt steht die dottergelbe Büchse nun in der direkten Sichtachse zwischen der Großen Horststraße und dem Rathaus. Der DHL ist in ganz engem Schulterschluss mit der Verwaltung ein Coup gelungen. So schmeichelt das in einer dezenten Farbe getauchte Prachtstück dem in die Jahre gekommenen Rathaus. Erste Fragen, wann der Umzug an den finalen Standort vollzogen wird, sind schon laut geworden. Ich könnte mir vorstellen das man bereits an einer Aktualisierung der Gebührensatzung der Gemeinde werkelt. Demnächst werden Brautpaare, welche sich entscheiden, das JA-Wort zu geben, gefragt, ob sie sich für eine Werbepartnerschaft mit der DHL entscheiden oder nicht. Letztere bekommen dann entsprechend keinen schicken Stempel „Powered by DHL“ ins Buch der Familie. Für alle ohne Partner wird bereits an einer wegweisenden Lösung gearbeitet. Erste Ideen zur Objektophilie-Ehe liegen bereits im Entwurf vor. Aber keine Bange, auch wenn sich kein Partner*in finden lässt, die kantige Schönheit steht nicht alleine auf weiter Flur. Schließlich ist sie über das Familiennachzugsprogramm dem wunderbar in Szene gesetzten Briefkasten in unsere Gemeinde gefolgt. Bravo!

Spaß beiseite.

Dass wir eine Alternative zum „Nichts“ benötigen, steht außer Frage. Die planerische und gestalterische Leistung allerdings ist mangelhaft. Bitte, lieber „was auch immer“, lass das potthässliche Teil nach dem Neubau des Edekas 2030 auf den dortigen Parkplatz umziehen. Nachdem unsere Taufen, Konfirmationen und Eheschließungen in der Michaelkirche bereits vor dem Hintergrund von Naziparolen bildlich festgehalten werden, ist der gewählte Aufstellort eine weitere Zumutung. Auf die Meldung, dass die Station dort aufgebaut würde, fragten Anwohner, wo denn die Tischtennisplatte sei, berechtigte Frage. Hätte man einen Treffpunkt schaffen wollen, dann stünde die Platte anstelle der Poststation. Anmerkung zum Ende: Der Mülleimer hinter der Box bringt nichts, der gehört daneben und um das Trio zu vollenden gerne auch im gleichen Farbton wie die fehlgeleitete Interpretation von German-Digitalisierung.

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