The same procedure as every year: Schulstart und Schulwegsicherheit in Faßberg

Die Sommerferien sind vorbei, Vorsicht ist geboten, bekannte Probleme gibt es reichlich.

Bildquelle: Adobe Stock „Beispielbild für das Thema Schulwegsicherheit 1“

Wenn in Niedersachsen das neue Schuljahr beginnt, treffen die Schulanfänger und die neuen Schüler der weiterführenden Schulen auf viel Unbekanntes. Für die allermeisten Erstklässler der Gemeinde beginnt ihr Schulleben in der Lerchenschule in Faßberg oder der Grundschule am Heidesee in Müden (Örtze). Die ehemaligen Grundschüler, welche sich nun als Buskinder bezeichnen können, müssen ebenfalls vieles erst noch lernen. Noch in dieser Woche geht es für die allermeisten das erste Mal mit dem Bus nach Hermannsburg. Dort erfahren sie, dass es auch eine Nullte Stunde gibt, und was es heißt, gegen 6:30 Uhr an der Bushaltestelle zu warten. Oft ohne Bank, mal ohne wetterfesten Unterstand und in wenigen Wochen auch ohne eine vernünftige Beleuchtung der Haltestellen, von einer schützenden Abtrennung von Haltestelle und Fahrbahn möchte ich gar nicht anfangen. Ziel der Fünftklässler ist entweder die Oberschule oder das Christian-Gymnasium, welche die weiterführenden Schulen in unserem Schulbezirk darstellen.

Landkreisgrenzen sind spürbare Hürden.

Noch einmal anders sieht es für Familien aus, deren Kinder an anderen Schulen angemeldet wurden oder angemeldet werden mussten. Hier kann bereits der Weg zum Schulbus zur täglichen Herausforderung werden. Für die Kids der Gemeinde bedeutet dies, dass sie zunächst mindestens die Strecke bis nach Kreuzen überbrücken müssen. Von dort aus geht es weiter mit den Schulbussen des Heidekreises.

Heute dies, morgen das, auf jeden Fall ein Smartphone.

Neue Herausforderungen: Was passiert, wenn eine Verbindung ausfällt oder verpasst wird, und was machen wir bei Unterrichtsausfall? Vieles davon müssen Familien jetzt erst lernen zu organisieren. Glück hat, wer auf ein eng gestricktes Elternnetzwerk zurückgreifen kann. Auch gut ist, dass es Schul-APPS gibt und davon reichlich, gerne auch mehr als eine für eine Schule. Um beim Thema Schulwegsicherheit zu bleiben: Endlich hat der Spross der Familie feierlich die Freigabe erhalten, den lieben langen Tag mit dem Smartphone vor den Augen durch die Straßen zu „spawnen“.

Augen auf im Straßenverkehr

Deshalb an dieser Stelle eine Bitte an alle Verkehrsteilnehmer: Achtet in den kommenden Tagen ganz besonders auf die Jüngsten im Straßenverkehr.

Es sind Kinder, die ihren Schulweg bislang nicht kennen oder Unsicherheiten haben, plötzlich an einer anderen Bushaltestelle stehen, zum ersten Mal alleine mit dem Bus fahren oder mit dem Fahrrad neue Strecken zurücklegen. Nicht jedes Kind kennt sich an seinem neuen Schulort sofort aus und nicht jede Verkehrssituation wird von Kindern so eingeschätzt, wie wir Erwachsenen es uns wünschen.

Mit dem Fokus auf der Straße, mehr Aufmerksamkeit und mit angepasster Geschwindigkeit können wir alle gerade in diesen ersten Tagen dazu beitragen, die Straßen sicherer zu machen.

Schulwegsicherheit – Bekannte Problemstellen verschwinden nicht mit dem Schulstart 2026

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In der Gemeinde gibt es einige Baustellen, die im Kontext des Themas Schulwegsicherheit seit Jahren Fragen aufwerfen. Eine schnelle Recherche im Allris zeigt die Probleme auf. Eltern und auch Ratsmitglieder haben sich bereits mehrfach an Ausschüsse, Verwaltung und die Politik gewandt. Ob sich etwas geändert hat? Ich meine: NEIN!

Recherche im Allris der Gemeinde Faßberg (nur Beispiele)

  • TOP 14.3 – Rat der Gemeinde Faßberg v. 22.11.24
  • TOP 16.7 – Ausschuss für Feuerwehr, Sicherheit und Gemeinwesen v. 04.09.24
  • TOP 8.6 – Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Gesundheit v. 14.11.23
  • TOP 13 – Sitzung des Ausschusses für bauliche Entwicklung v. 23.08.23
  • TOP 12 – Sitzung des Ausschusses für bauliche Entwicklung v. 23.08.23

Hier wird es Zeit, dass gehandelt wird.

Bushaltestelle am Wietzer Feld: Direkt am Ortsausgang von Müden (Örtze) in Richtung Hermannsburg gelegen. Mutmaßlich von jemandem genehmigt und gebaut, dem die Sicherheit der Fahrgäste und vor allem Kinder nicht in den Sinn gekommen ist. Hier treffen Schülerinnen und Schüler auf einen Straßenabschnitt, auf dem Fahrzeuge bereits mit 70 km/h unterwegs sein dürfen. Gebremst wird frühestens auf Höhe des Ortsschildes und beschleunigt, sobald das Ortsschild in Richtung Hermannsburg schemenhaft erkennbar ist. Klasse für alle, die Drehmoment benötigen, um bis drei zu zählen. Übrigens: Ein Überweg wurde bei der Planung nicht bedacht.

Haltestelle Sandstraße: Auch die Situation an der Bushaltestelle in der Sandstraße strotzt nur so vor verkehrsplanerischer Kompetenz. Als Zuwegung dient ein schmaler Streifen. Gleichzeitig befinden sich der Fußgängerüberweg und die Haltestelle selbst zwischen zwei nicht gut einsehbaren Kurven. Der sehr schmale Seitenstreifen führt dazu, dass sich die Fußgänger ausgesprochen dicht und ohne Sicherheitsraum unmittelbar an der stark frequentierten Straße bewegen. Ob das gelbe Blinklicht die Lösung ist, könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen. Gerade für Kinder und Ältere, die Geschwindigkeiten und Entfernungen noch oder nicht mehr sicher einschätzen können, verlangt diese wundervolle Lage alles ab. Achtsamkeitstraining, gerne, aber nicht hier. Eine Bank und zumindest ein kleines Überdach finden hier keinen Platz. Ob der Einstieg barrierefrei ist, könnte man bei Gelegenheit mal abklären. Das gilt aber für alle unsere Einstiegsmöglichkeiten.

Poitzen L240 Richtung Müden: Licht fehlanzeige, dafür ein dunkles Bushäuschen. Was im Sommer morgens kaum auffällt, bekommt spätestens in der dunklen Jahreszeit eine ganz andere Bedeutung. Eine Laterne im Bereich des Bushäuschens und etwaige Kenntlichmachung für den Durchgangsverkehr wären ein riesen Schritt voran. Was in vielen Orten zum Standard gehört, scheint bei uns im Landkreis noch nicht angekommen zu sein. Überwege, und Fußgängerampeln sind wahrlich keine schlechte Erfindung. Nur schade, dass die Verantwortlichen oder deren Sprösslinge hier nicht leben. Könnte mir vorstellen, es sähe anders aus.

Haltestellen in Gerdehaus, Nieder- und Oberohe an der L280: Hier finden täglich zu Stoßzeiten zwei Rennserien statt. Die einen geben bei der NATO-Rally Gas und die anderen zieht es knapp noch im Unterschallbereich in Richtung eines großen deutschen Aktienkonzerns nach Unterlüß. An der Bushaltestelle in Schmarbeck Grube möchte ich als Schulkind ebenfalls nicht warten müssen. Aber hey, dort stehen doch kaum welche, wenige oder gar keine Kinder. Dass man das Thema aber auch zum Thema der Teilhabe machen kann, sollte jedem, der sich damit ernsthaft auseinandersetzt, klar sein. Jünger werden wir jedenfalls alle nicht.

Bildquelle: Adobe Stock „Beispielbild für das Thema Schulwegsicherheit 3“

Mein Fazit: Bekannte Gefahrenstellen werden nicht alleine dadurch gelöst, dass Kinder lernen, mit ihnen umzugehen. Sichere Schulwege sind proaktiv zu planen, und ggf. umzugestalten.