Viele neue Lehrkräfte – und trotzdem fehlen sie im Unterricht

35 Lehrkräfte fehlen in Eschede, Oldau und Wathlingen – ausgebremst von trägen Verwaltungsprozessen, und ausgerechnet an Grundschulen.

Zum Start des neuen Schuljahres verweist das Niedersächsische Kultusministerium auf viele neue Stellen, Einstellungen und eine stabilisierte Unterrichtsversorgung. Auf dem Papier sieht das erst einmal gut aus. Wie wenig solche Zahlen darüber aussagen, ob eine Lehrkraft tatsächlich vor einer Klasse steht, zeigt aktuell der Landkreis Celle.

Cellesche Zeitung berichtet über Abordnungen mit Hindernissen

Nach Recherchen der Celleschen Zeitung können 35 Lehrkräfte derzeit nicht so eingesetzt werden, wie es vorgesehen war. Betroffen sind unter anderem Grundschulen in Eschede, Oldau und Wathlingen. Die Lehrkräfte sind vorhanden und eingeplant – nur die notwendigen schriftlichen Abordnungsverfügungen fehlen. Eine besetzte Stelle verbessert eben noch keine Unterrichtsversorgung, wenn die Lehrkraft wegen eines nicht abgeschlossenen Verwaltungsverfahrens nicht dort unterrichten darf, wo sie gebraucht wird.

Besonders erstaunlich: Die Planungen für Abordnungen beginnen laut regionalem Landesamt bereits im Mai. Im Juni werden die konkreten Abordnungen festgelegt, anschließend folgen Beteiligungsverfahren und die schriftlichen Verfügungen. Trotzdem fehlen diese Dokumente nun zum Schulstart.

Unmut bei den Lehrkräften

Für die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer ist die Situation besonders bitter. Sie haben das Verfahren nicht verursacht, tragen aber die Folgen. Ein Teil wurde an die Stammschulen zurückbeordert, obwohl dort teilweise gar kein regulärer Unterricht mehr für sie vorgesehen war. Sollten sie dort nicht ausreichend eingesetzt werden können, könnten ihnen sogar Minusstunden angerechnet werden – für einen Fehler, den sie selbst nicht zu verantworten haben. Dass dies für Unmut sorgt, dürfte kaum überraschen.

Unterschiedliche Zahlen, gleiches Problem

Während nach den Recherchen der CZ 35 Lehrkräfte betroffen sind, erklärte das Regionale Landesamt, es lägen lediglich zwei Rückmeldungen von Grundschulen über einzelne fehlende Verfügungen vor. Insgesamt seien zum 1. August 77 Lehrkräfte im Landkreis Celle neu abgeordnet worden. Man kann also viele Stellen schaffen, Einstellungen verkünden und Lehrkräfte auf dem Papier verteilen. Entscheidend bleibt am Ende eine einfache Frage: Steht die Lehrkraft morgens tatsächlich dort, wo sie gebraucht wird? Im aktuellen Fall lautet die Antwort zunächst: nein. Nicht wegen fehlenden Personals, sondern weil das Verwaltungsverfahren nicht rechtzeitig abgeschlossen wurde.

Weiterführende Links

Den vollständigen Bericht mit allen Hintergründen, Zahlen und Details zur Abordnungspanne findet ihr bei der Celleschen Zeitung.