Vereine, Gruppen und Initiativen

Der Raum für die gemeinschaftliche und ehrenamtliche Arbeit.

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AndreBlin

Vereine, Gruppen und Initiativen · ·
Last updated Mar 26, 2026 - 5:51 PM Visible also to unregistered users
# **Faßberg steht beim Schwimmunterricht unter besonderem Druck.** ### Für viele Faßberg ist die Lage eindeutig: Ein Lehrschwimmbecken ist keine freiwillige soziale Leistung, sondern notwendige Bildungsinfrastruktur. Faßberg braucht das Lehrschwimmbecken nicht eines Tages, sondern jetzt. Die örtliche Lage, die Aussagen des Kultusministeriums, die Warnungen der Lehrerschaft und die Zielsetzung von KMK und DLRG weisen alle in dieselbe Richtung: Ohne verlässliche Wasserflächen vor Ort wird Schwimmausbildung für viele Kinder immer schwerer. ![260326_Lehrschwimmbecken-Faßberg-Traum-von-der-Sanierung-MoinHeide_AI.jpeg](file-guid:ac77f5a7-9d0f-4112-af6e-9c5407bdf7b5 "260326_Lehrschwimmbecken-Faßberg-Traum-von-der-Sanierung-MoinHeide_AI.jpeg" =800x) _Bild: A.Blin/MoinHei.de „KI generiert. So könnte es aussehen, wenn die Sanierung in die Tat umgesetzt würde.“_ In der Saison 2026 steht das Waldschwimmbad Herrenbrücke aufgrund der laufenden Sanierung nicht zur Verfügung. Maßnahmen zur Verlängerung der saisonalen Nutzungszeit wurden aus finanziellen Gründen gestrichen. Das Nichtschwimmerbecken wird deutlich verkleinert. Zugleich gibt es in der gesamten Kommune kein Hallenbad. Für Schulklassen bedeutet das: Der Weg zum nächstgelegenen Hallenbad dauert mit dem Bus rund 30 Minuten pro Strecke. Ein erheblicher Teil der Unterrichtszeit geht damit schon durch die An- und Abfahrt verloren. Hinzu kommt, dass Schwimmangebote vor Ort teils nicht aus dem regulären Schulbetrieb heraus abgesichert werden. Wenn Schwimmkurse an der Müdener Grundschule nicht durch die Lehrerschaft gedeckt, sondern von ehrenamtlich engagierten Eltern mitgetragen werden, zeigt das einerseits großen Einsatz. Andererseits wird deutlich, wie lückenhaft die Struktur inzwischen ist. Ehrenamt kann helfen, darf aber staatliche Pflichtaufgaben nicht dauerhaft ersetzen. Genau deshalb benötigt Faßberg ein klares Signal. Beide Schulen in der Gemeinde und ihre Leitungen müssen sich eindeutig für ein Lehrschwimmbecken und für dessen rege Nutzung aussprechen. Ebenso muss die Verwaltung ihrer Verantwortung als Schulträger nachkommen, die Bestandsimmobilien pflegen und die bereits eingeworbenen Fördermittel endlich in die Sanierung umsetzen. ### **Das Land erkennt die Bedeutung an, die Lehrerschaft warnt** Die Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Sophie Ramdor im Niedersächsischen Landtag zeigt, dass der Schwimmunterricht landesweit unter Druck steht. Beantwortet wurde sie vom Kultusministerium unter Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Die Landesregierung betont, dass Schwimmen lebensrettend sein kann, gesundheitlich wichtig ist und pädagogisch einen hohen Stellenwert hat. Das Land verweist auf Fortbildungen, Programme und zusätzliche Angebote. Gleichzeitig räumt es aber ein, dass es keine statistischen Erfassungen dazu gibt, wie viel Schwimmunterricht tatsächlich stattfindet und in welchem Umfang fachfremd unterrichtet wird. Genau hier setzt die Kritik der Lehrerschaft an. Aus ihrer Sicht fehlen nicht nur Fachkräfte, sondern auch belastbare Daten, einheitliche Strukturen und verlässliche Rahmenbedingungen. Dass diese Kritik nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigen auch die Zahlen des Landes: An vielen Grundschulen in Niedersachsen fehlt mindestens eine ausreichend abgesicherte personelle Grundlage im Fach Sport. Besonders deutlich wird das Problem bei der Infrastruktur. Die Landesregierung erklärt selbst, dass die Schließung von Schwimmbädern und die Umwidmung in Spaßbäder den Schwimmunterricht erschweren. Für den Schulbetrieb sei das ein ernstes Problem. Kommunen seien deshalb gefragt, Bäder nicht zu schließen und Schulen ausreichend Wasserzeiten zur Verfügung zu stellen. ## **Der übergeordnete Rahmen ist klar** Die Kultusministerkonferenz verfolgt das Ziel, dass Kinder spätestens am Ende der Grundschulzeit sicher schwimmen können. Die DLRG warnt seit Jahren davor, dass immer mehr Kinder dieses Ziel nicht erreichen. Damit ist die Richtung klar: Schwimmausbildung ist kein Nebenthema, sondern Teil des Bildungsauftrags und der Daseinsvorsorge. Für Faßberg folgt daraus eine einfache Schlussfolgerung: Wo kein Hallenbad vorhanden ist, wo lange Fahrzeiten Unterricht beschneiden und wo selbst ergänzende Angebote auf Ehrenamt angewiesen sind, ist ein Lehrschwimmbecken keine Frage des Komforts. Es ist sachlich notwendig. ## **Mehr als ein Lehrschwimmbecken – ein Generationsbecken** Am Ende geht es in Faßberg um weit mehr als um ein paar Stunden Schwimmunterricht im Stundenplan. Der Begriff Lehrschwimmbecken ist richtig, weil er die schulische Aufgabe beschreibt. Für die Zukunft der Gemeinde greift er aber zu kurz. Denn Schülerinnen und Schüler decken nur einen Teil der möglichen Nutzung und nur einen Teil der verfügbaren Zeiten ab. Ein saniertes Becken muss mehr leisten, wenn es dauerhaft sinnvoll, lebendig und gut ausgelastet sein soll. Genau deshalb trifft der Gedanke eines Generationsbecken den eigentlichen Kern sehr viel besser. Ein solches Becken kann Kinder an das Wasser heranführen, Vereinen Raum geben, Gesundheitsangebote ermöglichen, Seniorinnen und Senioren Bewegung im Wasser eröffnen und Menschen von 0 bis 99 Jahren und darüber hinaus begleiten. Wer heute in diese Infrastruktur investiert, sollte also keine halbe Lösung schaffen, sondern einen Ort mit echtem Mehrwert für die ganze Kommune. Dazu gehört auch, Inklusion von Anfang an mitzudenken. Ein modernes Becken muss so geplant werden, dass möglichst alle Menschen es nutzen können. Barrierearme Zugänge, passende Umkleiden und eine durchdachte Nutzbarkeit sind kein Zusatz, sondern Teil einer zeitgemäßen öffentlichen Infrastruktur. > Passend dazu fiel auch die Bewertung im **DLRG-Verbandsmagazin Lebensretter 01/2026** deutlich aus. Im Abschnitt „Schulsport unter Druck“ wird die Lage im schulischen Schwimmunterricht klar benannt: „Fachfremd erteilter Unterricht, fehlende Fachkräfte und große regionale Unterschiede prägen das Bild. Erschwerend kommt hinzu, dass das Land keine belastbaren Daten erhebt, wie viel Schwimmunterricht tatsächlich stattfindet.“ Weiter heißt es dort: „Geschlossene Schwimmbäder, lange Anfahrtswege und uneinheitliche Kostenregelungen führen dazu, dass der Zugang zum Schwimmunterricht stark vom Wohnort der Kinder abhängt. Bildungsgerechtigkeit bleibt so ein unerfülltes Versprechen.“ Genau diese Beschreibung trifft den Kern der Debatte auch in Faßberg. Wo kein Hallenbad in der Kommune vorhanden ist, wo das Waldschwimmbad in der Saison 2026 nicht zur Verfügung steht und wo Fahrtzeiten zum nächsten Bad wertvolle Unterrichtszeit binden, wird aus einer allgemeinen Warnung sehr schnell eine konkrete örtliche Realität. Faßberg braucht deshalb nicht nur die Sanierung eines Lehrschwimmbeckens. Faßberg benötigt die Chance auf ein Generationsbecken. ### **Weiterführende Informationen:** - Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Sophie Ramor inkl. der Antworten der Landesregierung. – [Link](https://www.landtag-niedersachsen.de/drucksachen/drucksachen_19_10000/09501-10000/19-09670.pdf)

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